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Positionen

Begleittext zur Ausstellung

„Mich interessiert der Moment, in dem Materialien ihre Herkunft vergessen.“

Holz ist nicht mehr nur Holz, Kunststoff nicht mehr nur Kunststoff – beide werden Teil eines neuen, eigenständigen Organismus!

Im Zentrum meiner plastischen Arbeit stehen die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Naturmaterialien – etwa Holz oder Papier – und synthetischen, industriell veredelten Werkstoffen wie Kunstharzlacken, Kunststoffen, Drähten oder Stahl.

Diese Verbindungen spiegeln das wider, was mir im „Hier und Jetzt“ täglich begegnet: ein dichtes Geflecht aus Verwachsungen, Verschachtelungen, Überlagerungen und wechselseitigen Abhängigkeiten in Natur und Kultur. Spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben die rasanten technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen die Lebenswelt des Menschen nachhaltig verändert. Die Grenzen zwischen Natur und Kultur sind zunehmend durchlässig geworden; eine eindeutige Trennung erscheint heute kaum noch möglich. Aus dieser Entwicklung ist eine Wirklichkeit von großer Komplexität entstanden.

In meinen Arbeiten greife ich auf erlernte und tradierte handwerkliche Techniken zurück. Mit Präzision und Liebe zum Detail entwickle ich aus einfachen Grundformen plastische Gebilde, die sich zu klaren Gesamtkompositionen fügen. Organische und anorganische Elemente gehen dabei enge, nahezu symbiotische Verbindungen ein. Es entstehen Formen, die Assoziationen an Gewachsenes ebenso zulassen wie an Künstliches – bisweilen verspielt, traumhaft oder poetisch.

Die einzelnen Objekte unterscheiden sich bewusst in ihrer Formensprache und Materialität. Manche wirken fragil und scheinen nach einem empfindlichen Gleichgewicht zu suchen. Gerade in dieser Spannung werden die tradierten Grenzziehungen zwischen Natur und Kultur hinterfragt und verschoben. Es bleibt offen, was ursprünglich gewachsen ist und was hinzugefügt wurde, was dominiert und was beherrscht wird. So entstehen Arbeiten, die den Blick auf das Verhältnis von Natur und Kultur neu ausrichten und die Komplexität ihres gegenseitigen Durchdringens sichtbar machen.

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